

Kreislaufwirtschaft am Bau - und die Fenster?
Die Bauwirtschaft steht vor der Herausforderung, nachhaltiger zu werden. Für die Fenster bietet Quadra Ligna eine innovative Lösung: Bestehende Fenster werden nicht ersetzt, sondern energetisch optimiert.
Die Baubranche gehört zu den ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren der Schweiz. Gebäude verursachen einen erheblichen Anteil des Materialverbrauchs und der CO₂-Emissionen. Darüber hinaus produziert die Schweizer Bauwirtschaft rund 74 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr – 17 Millionen davon fallen allein beim Rückbau von Gebäuden an. Rund 75 % der Bauabfälle werden heute bereits verwertet.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt die Branche zunehmend auf die Kreislaufwirtschaft – ein Konzept, das Materialien und Ressourcen möglichst lange im Nutzungskreislauf hält. Baustoffe werden dabei nicht als Abfall betrachtet, sondern wiederverwendet, rezykliert oder in einem geschlossenen Kreislauf gehalten. In der Baubranche bedeutet das, langlebige Materialien einzusetzen, Bauteile wiederzuverwenden, Baustoffe zu rezyklieren und auf ressourcenschonende Produktionsprozesse sowie nachhaltige Gebäudekonzepte zu setzen.
Sind Fenster kreislauffähig?
Werden Fenster in Sachen Kreislaufwirtschaft unter die Lupe genommen, fallen einige Besonderheiten auf, erklärt Jochen Ganz, Inhaber von Quadra Ligna: «Fenster sind ein wichtiger Bestandteil der Gebäudehülle und entscheiden massgeblich über den Energieverbrauch eines Gebäudes. Genügen sie den Anforderungen nicht mehr, macht es wenig Sinn, sie in einem anderen Gebäude wiederzuverwenden, höchstens in einem unbeheizten Nebengebäude.» Selbst, wenn nach einem Rückbau noch gut erhaltene Fenster vorhanden sind, die den energetischen Anforderungen entsprechen, lassen sie sich selten ohne architektonische Kompromisse in einem anderen Gebäude wiederverwenden.
Wie (noch) viele Bauteile, sind auch moderne Fenster in der Regel nicht kreislauffreundlich aufgebaut: Verbundmaterialien, geklebte Dichtungen, beschichtete Scheiben – eine sortenreine Materialtrennung wird schwierig und so landen Fenster am Ende ihres Lebens meist als Bauabfall in der Mulde.
Die Renovation macht das Rennen
Fenster sinnvoll im Kreislauf zu belassen, ist also eine Herausforderung. Jochen Ganz hat eine klare Meinung dazu: «Am nachhaltigsten ist es, die Fenster zu erhalten und nur so weit zu ertüchtigen, wie es energetisch sinnvoll ist.» Genau darauf ziele das Verfahren von Quadra Ligna ab: «Wir doppeln erhaltenswerte Fenster mit einem Rahmen aus hochwertigem Eichenholz auf, das Fenster erhält ein zeitgemässes Mehrfachisolierglas. Damit erreichen wir eine mit neuen Fenstern vergleichbar Isolationsleistung bei deutlich reduziertem Materialaufwand». Interessant ist auch der Ersatz von alten Verbundgläsern. Damit wird der Energieverlust durch das Glas um Faktor 2-3 reduziert.
Diese Art der Renovation erhält nicht nur die Originalarchitektur und bewahrt wichtige Zeitzeugen. Nicht selten ist sie sogar kostengünstiger. Im Zuge einer umfassenden energetischen Sanierung können Bauherrschaften zudem von öffentlichen Förderbeiträgen profitieren.